Gelduntergang

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Waren wir nicht gerade erst beim Thema “Was würden Sie für Ihre Firma tun?”. Ein Tattoo ist da ja eher unter Spaß zu verbuchen, doch die Finanzprobleme der Länder in Europa sorgen auch dafür, dass viele Angestellte wirklich was für ihre Firma tun. Was und warum steht in diesem Artikel.

Führende Banker, Binäre Optionen Broker wie IQ Option oder Option888 und Finanzexperten warnten dieser Tage wieder vor einer weltweiten Wirtschaftskrise und einige werden nicht müde zu behaupten, dass sich eine erneute Krise noch viel stärker auf die Menschen auswirken könnte, als die Krise, die wir 2008/2009 gerade noch so glimpflich überstanden haben. Fakt ist, dass Deutschland doch noch recht unbeschadet aus der Krise ging und wir uns daher auch die Geschichte mit dem Aufschwung und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel noch zu Gute kam.

Doch wir leben in einer Zeit, in der eine einzige der sogenannten Rating-Agenturen, die Wirtschaft eines ganzen Landes stark beschädigen kann, wenn diese einfach nur das Land mit Ramsch-Charakter bewerten. Island, Spanien, Portugal – Rettungsschirme überall und auch Italien droht in ein Finanzloch zu versinken. Gefährliche Eurobonds und noch immer anhaltende Spekulation von Banken machen die Sache nicht wirklich besser. Eine erneute Krise könnte Europa nur schwerlich verkraften, da viele Staaten durch die Bankenrettungen jetzt besonders geschwächt seien und selbst schon vor dem Ruin stehen.

Die Schweiz merkt es gerade besonders. Der Franken ist stark wie nie zuvor und auch wenn das eigentlich ein gutes Zeichen sein müsste, sorgt “zu starkes” Geld für mehr Probleme als einem lieb sein kann. Viele Unternehmen der Eidgenossen steuern daher gerade auf massive Probleme zu, die sie nicht selbst verursacht haben. Gerade exportorientierte Unternehmen (bsp. Maschinenbau, Lebensmittelindustrie und andere) leiden unter dem starken Franken und dem schlechten Wechselkurs.

Viele Firmen sind daher schon dazu übergegangen, die Mitarbeiter länger arbeiten zu lassen. Doch bezahlt werden diese Extra-Stunden nicht. Eigentlich sollte man sich als Arbeitnehmer ja freuen, wenn die Firma sagt:”Hej, Du musst ab sofort länger arbeiten.” Ein Zeichen, dass man der Firma nützlich und notwendig ist. Doch wenn der finanzielle Ausgleich fehlt, da die Firma Umsatzeinbußen durch Mehrproduktion und dadurch Mehrarbeit komprimieren muss, macht das eher weniger Spaß. In zahlreichen Unternehmen ist aus der üblichen 40-Stunden-Woche bereits eine 41 bis zur 42,5-Stunden-Woche geworden. Und das bei einigen auch schon seit Wochen. Doch die Schweizer nehmen es betont gelassen. Immerhin ist unbezahlte Mehrarbeit letztlich auch noch besser als Arbeitslosigkeit, die gerade in der Schweiz zu finanziellen Einbußen der Arbeitnehmer führt. Also nehmen die meisten es hin und hoffen auf einen etwas schwächeren Kurs des Franken. Online Kredite auf Kreditvergleich24.com vergleichen.

Mehrarbeit ist in dieser Situation aber derzeitig auch alternativlos, um das Unwort der Kanzlerin mal zu verwenden. Es ist ja nicht so, dass die Schweizer ihre Waren nicht loswerden, sondern dass die Einbußen “nur” durch die Wechselkurse auf den Finanzmärkten hervorgerufen werden. Diese können über einen gewissen Zeitraum durch die kostenlose Mehrarbeit der Mitarbeiter in gewisser Weise für Unternehmen komprimiert werden. Und man kann sich sicher sein, dass auch in der Schweiz vor einer Anordnung zur Mehrarbeit aus den Direktionen alle Mittel und Wege der Geschäftleitungen ausgeschöpft werden, diese Mehrarbeit zu vermeiden. Schließlich steht das Unternehmen damit auch moralisch irgendwo in der Schuld der Mitarbeiter. Schlimmer wäre es allerdings, wenn der Absatz der Unternehmen ins Stocken geraten würde. Dann wären Entlassungen und Kurzarbeit vorprogrammiert.

Also dann doch lieber Augen zu und durch. Hinnehmen was angeordnet. Besser als Arbeitslosigkeit ist unbezahlte Mehrarbeit allemal. Nicht nur in der Schweiz.

Die Rente ist sicher?

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Vor einigen Jahren posaunte ein sehr klein geratener Politiker mit dem Namen Norbert Blühm: “Die Rente ist sicher!”. Irgendwie lehnte er sich da an die “Durch Deutschland muss ein Ruck gehen” und “…blühende Landschaften”-Reden an. Ein Ruck geht dieser Tage wirklich durch Deutschland. Und zwar bei allen, die gerade erfahren haben, dass sie trotz gutem Einkommen nur die Mindestrente erhalten werden, die nach aller Wahrscheinlichkeit nicht reichen wird, die künftigen Lebenshaltungskosten zu decken.

In Zukunft arm und mittellos?
Wie sieht sie aus, unsere Zukunft?

Ja, Herr Blühm. Das war wohl nichts. Alle haben es mitgeschrieben und sich gemerkt und nun das.
Wer derzeitig und in den letzten Jahren ca. 2500 Euro Brutto verdient hat und dies auch zukünftig in Vollzeit tut, wird ab 2030 trotzdem nur den Rentenmindestsatz von derzeitig 688,-Euro erhalten.

Wohlgemerkt – 35 Jahre in Vollzeit mit mindestens 2500 Euro Brutto. (Anm. d. Autors: Ich als Autor wohne derzeitig noch in einer Region, in der die Frau beim Bäcker mit 550 Euro monatliches Netto nach der 30-Stunden-Woche nach Hause geht. 2500,-Euro Brutto und damit ein akzeptables Netto? Wunschdenken!)
Die gesetzliche Rentenversicherung krankt schon seit dem Zitat des Herrn Blühm gewaltig, doch jetzt verkündete die BamS aus der Quelle der Bundesarbeitsagentur erschreckende Zahlen, die für alle Arbeitnehmer in Deutschland doch bedrohlich wirken müssen. Die Rente reicht nur für Altersalmosen. Almosen, die sogar noch sinken können, wenn man die geforderten Beitragsjahre und die oben genannten Zahlen aus normalen Anstellungsverhältnissen nicht geschafft hat. Ursachen gibt es dafür viele. Arbeitslosikeit, Teilzeitanstellungen, Branchen mit Produktionspausen (Baugewerbe), eigene Weiterbildungen und diverses mehr.

Privatvorsorge ist für die Politik schon seit langem das Zauberwort, doch ganz ehrlich: Wer die Zahlen aus den gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen kann, kann auch nicht privat vorsorgen. Dann reicht es einfach nicht und es ist kein Auskommen mit dem Einkommen. So einfach ist das.
Die Parteien in Berlin werden nunmehr das Thema mit Sicherheit auf die nächsten Wahlkampfplakate schreiben und steuerfinanzierte Lösungen suchen, die dafür Sorge tragen, dass eben diejenigen ohne dem entsprechendem Einkommen nicht Arm im Alter werden. Der Gang zum Sozialamt und damit zur Staatskasse scheint für viele Arbeitnehmer so vorprogrammiert. Gerade für die Jugend offenbart aber genau dieses Loch in der Rentenkasse, dass sich Arbeit offensichtlich doch nicht lohnt.

Interessant ist dabei die Aussage der BamS, dass sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) “alarmiert zeigte”. Entschuldigung. Die Frau ist seit Jahren in dem Amt und kennt die Zahlen. Erzähl mir bitte keiner, dass sie es nicht gewusst haben soll. Wahrscheinlich ist das “alarmiert zeigen” eher auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Presse die Zahlen und Veröffentlichungen des Arbeitsministeriums mal richtig gelesen und auseinandergenommen hat. (An dieser Stelle mal ein freundliches: Danke Bild.)

Zigtausend Lehrstellen sind bundesweit unbesetzt. Zigtausend Jugendliche suchen noch. Wo wäre das Problem? Ganz einfach. Beim Matching. Die freien Lehrstellen sind zu 80% genau die Jobs, die eben schon jetzt die Zahlen der gesetzlichen Rentenversicherung und dem daraus resultierenden Mindestrentenbetrag NICHT erfüllen. Das wissen inzwischen auch die Jugendlichen durch vorbildhafte Beispiele im Familien- und Freundeskreis der Eltern. Ich selbst habe auch meiner Tochter abgeraten, einfach irgendetwas freies in dieser strukturschwachen Region zu lernen. Dann lieber ein Jahr nichts machen, ein Berufsgrundbildungsjahr oder länger auf die Schulbank (letztlich immer die bessere Wahl) und nebenbei weitersuchen.

Nicht ohne Grund sagte man früher wohl: “Wer nichts wird, wird Wirt.” oder ähnliches und heute ist es eben mindestens die Bäckersfrau, der Bauarbeiter oder der Verkäufer an der Kasse im Supermarkt.

Die Struktur und Höhe, sowie die Besteuerung der Rente in Deutschland ist immer auch gleichzeitig ein Indiz für die Förderung der Geburten und den Sozialleistungen, welcher der Staat für Familien und noch nicht erwerbstätigen Minderjährige investiert. Der Knackpunkt liegt also wieder einmal auch an anderer Stelle und es bleibt (wohl gar nicht allzu lange) abzuwarten, ob und wann das Arbeitsministerium die Schuld an am Umstand der drohenden Altersarmut in Deutschland dem Familienministerium in die Schuhe schiebt.

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